Stiftung für Patientensicherheit, Schweiz: Nun steht CIRRNET vor der Öffnung!
Hintergrund
Viele Schweizer Spitäler verfügen über gut etablierte lokale Fehlermeldesysteme (CIRS = Critical Incident Reporting Systems). Die Erfahrungen und das Wissen aus diesen Systemen verbleiben in der Regel lokal in den Betrieben.
Schweizer Experten und Experten aus Grossbritannien haben in Workshops Vorbereitungsarbeiten für den Aufbau eines Netzwerks (CIRRNET = Critical Incident Reporting and Reacting NETwork) geleistet. Darauf hin wurden technische und organisatorische Voraussetzungen geschaffen, die es ermöglichen, Erfahrungen und Erkenntnisse aus lokalen Fehlermeldesystemen auf nationaler Ebene verfügbar zu machen und zu verbreiten.
In diesem Zusammenhang konnte die Stiftung für Patientensicherheit eine Kooperation mit der Schweizerischen Gesellschaft für Anästhesiologie und Reanimation (SGAR) und deren Stiftung für Patientensicherheit in der Anästhesie aufbauen. In einem Pilotprojekt wurden gemeinsam erste Sicherheitsempfehlungen entwickelt und verbreitet und damit die Vernetzung der lokalen Fehlermeldesysteme im Bereich der Anästhesie vorangetrieben.
Aktivitäten 2006-2009 (Pilotphase)
Die Stiftung für Patientensicherheit konzipierte Anfang 2006 gemeinsam mit der SGAR und der Stiftung für Patientensicherheit in der Anästhesie das CIRRNET-Netzwerk. Nach der Entwicklung und Bereitstellung einer elektronischen Datenbank konnten Ende 2006 24 Pilotspitäler mit ihren anästhesiologischen Kliniken ihre lokalen Fehlermeldungen weiterleiten. Die Funktionalitäten für eine gemeinsame Austauschplattform wurden mit den beteiligten Pilotspitälern zusammengetragen und als CIRRNET-Homepage verwirklicht. (www.cirrnet.ch) Die CIRRNET-Homepage bietet allen beteiligten Spitälern die Möglichkeit alle Fehlermeldungen einzusehen und diese für betriebsinterne Lernzwecke zu verwenden.
Ende 2007 konnte ein erstes überregional relevantes Problemfeld der Patientensicherheit aus allen Fehlermeldungen der CIRRNET-Datenbank identifiziert , mit Experten Empfehlungen in Form eines Quick-Alerts (Kurz-Hinweise mit Empfehlungen zu spezifischen Sicherheitsproblemen) entwickelt und veröffentlicht werden.
In 2008 wurden weitere Quick-Alerts erarbeitet und regelmässig verbreitet. Die CIRRNET-Datenbank bietet inzwischen mit ihren lokalen Fehlermeldungen einen umfangreichen Fundus an überregional relevanten Problemfeldern in der Anästhesie. Die Pilotphase wurde im Herbst abgeschlossen und eine Evaluation durchgeführt. Die definierten Ziele des Projekts sind in der Pilotphase alle erreicht worden, was zu der gemeinsamen Entscheidung führte, dass CIRRNET über die Pilotphase weitergeführt wird. Die Ergebnisse der Evaluation sind Bestandteil des CIRRNET-Abschlussberichts.
Öffnung des CIRRNET-Netzwerks in 2010
CIRRNET wird in 2010 ausgebaut und weiteren Fachbereichen und Gesundheitseinrichtungen zugänglich gemacht. Durch die Beteiligung weiterer Gesundheitseinrichtungen wird die Daten- und Erkenntnis-basis vergrössert, das Spektrum an überregional relevanten Problemfeldern besser erkennbar und ein intensiveres von einander Lernen ermöglicht. Die beteiligten Spitäler erhalten Zugang zu einer grossen Datenbasis von Fehlermeldungen.
- CIRRNET-Ausschreibung
- CIRRNET-Reglement
- CIRRNET-Konzept für die Bearbeitung der Meldungen
- CIRRNET-Broschüre
- H+ - Empfehlungsschreiben
- Abschlussbericht zur CIRRNET-Pilotphase


