Buchtipp: Fehleranalyse ohne Vorwürfe
Diese Kasuistik stellt Professor Wilhelm Kirch aus Dresden in seinem Buch "Fehldiagnosen und Patientensicherheit" vor. Das erste Kapitel ist der Definition und Häufigkeit von Fehldiagnosen gewidmet. Demnach beträgt die Rate von Fehldiagnosen in Krankenhäusern seit vier Jahrzehnten unverändert etwa zehn Prozent.
Zu Irrtümern kommt es besonders oft bei Lungenembolien, Myokardinfarkten, Malignomen und Infektionen, hier vor allem bei Pneumonien. Erklären lassen sich Fehldiagnosen damit, dass klassische klinische Untersuchungen vernachlässigt und apparative Verfahren falsch gewichtet werden. Zudem haben die Obduktionszahlen und damit die Chance, aus Fehlern zu lernen, stark abgenommen: So wurden in einer Kieler Klinik im Jahr 1960 etwa 90 Prozent aller verstorbenen Patienten obduziert, im Jahr 2000 jedoch nur noch 20 Prozent.
Buch:
Kirch W, editor.
Fehldiagnosen und Patientensicherheit.
Heidelberg: Springer-Verl., 2005.
ISBN 3-540-23739-9.
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Auszug aus: http://www.aerztezeitung.de/docs/2006/04/12/068a1003.asp?cat=/magazin


