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Aktuelle Studien deuten auf erhöhtes Krebsrisiko unter Therapie mit Insulin glargin (Lantus®) hin

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In einer aktuellen Stellungnahme weist die Arzeimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AKdÄ) darauf hin, dass die Daten aus vier großen epidemiologischen Studien nicht zu übereinstimmenden Ergebnissen bezüglich eines erhöten Krebsrisikos unter Einnahme von Insulin glargin kommen. Dennoch sei ein solcher Zusammenhang biologisch plausibel.

Vermutet wird eine beschleunigende Wirkung auf das Wachstum bereits vorhandener (prä)kanzeröser Läsionen, jedoch keine Tumor-iniitiierende Wirkung des Insulins. Auf die Notwendigkeit einer differenzierten Indikationsstellung für Insulin glargin hat die AkdÄ bereits 2001 im Wirkstoff Aktuell zu diesem Arzneimittel hingewiesen. Bei dem insgesamt geringen Zusatznutzen gegenüber der Behandlung mit anderen Verzögerungsinsulinen ist aus unserer Sicht eine Neubewertung des Nutzen-Risiko-Profils von Insulin glargin notwendig. Derzeit werden die aktuellen Studien zusammen mit weiteren wissenschaftlichen Daten einer sorgfältigen Prüfung, unter anderem durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMEA), unterzogen.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt besteht aus Sicht der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) kein unmittelbarer Handlungsbedarf im Sinne einer Therapieänderung. Eine Neueinstellung von Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 auf Insulin glargin sollte derzeit jedoch nicht erfolgen. Weiterhin sollten alternative Insulintherapien mit Humaninsulin bei Patienten mit Tumorerkrankungen sowie bei verunsicherten Patienten frühzeitig in Betracht gezogen werden. Die AkdÄ rät Patientinnen und Patienten, das ihnen verordnete Insulin auf keinen Fall eigenmächtig abzusetzen oder die Dosis unkontrolliert zu vermindern, sondern sich mit dem behandelnden Arzt in Verbindung zu setzen.

--> Auszug aus Newsletter der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft

Zuletzt geändert: 03.07.2009
 

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